Selbstportraits (1996)
Eines Tages mache ich ein Foto von mir. Das entwickelte Bild lässt danach kein Gefühl durchscheinen. Ich erkenne mich darauf nicht. Um diesem leeren Bild Leben zurückzugeben, benütze ich die Mittel der Malerei. Der Pinsel erweckt übermässig gross meine Züge. Ich treffe auf ein inneres Gesicht – ist das meines?
Hinter mir, eine unbekannte Menge, laufende Statisten, Personen, mit denen ich einen Bruchteil des Lebens teile. Es ist die Geschichte einer Wirklichkeit, die mir entgeht, in dem Moment, in dem ich auf den Auslöser drücke. Sie trägt sich auf öffentlichen, anonymen Plätzen zu. Dort wo man sich unaufhörlich bewegt, wo es unangebracht ist, einen Moment inne zu halten, um sich selbst zu betrachten.
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