Passanten (1996 - 1997)
Eines Tages finde ich mich im Herzen der Street-Parade-Menge in Zürich wieder. Ich befestige meinen Fotoapparat am Lenker meines Fahrrads und schiesse mehrere hundert Fotos, - blind. Unersättlich stehle ich Momente des Tanzumzuges sowie der unzähligen Passanten.
Zurück in meinem Atelier benutze ich die Fotografien, um davon Zeichnungen zu machen und in Malerei zu gestalten. Ich entnehme Personen aus der Menge, versuche ihnen die verlorene Menschlichkeit zurückzugeben und eliminiere alles, was überflüssig ist: die Farbe, den Hintergrund, die Elemente der Stadt. Das Universum meiner Menschen wird weiss, unbestimmt. Ein Ort aller Möglichkeiten, des Werdens, aber auch einer unerbittlichen Einsamkeit. Meine Passanten berühren sich, ihre Nähe ist gross und dennoch bleiben sie perfekt isoliert. Sie sind versunken in sich selbst, in einer anderen Zeit. Allmählich verflüchtigen sich die Passanten in vage Umrisse.