Portraits (2001 - 2003)

Nach der Masken-Serie nehme ich von meinen Modellen Abstand. Ich ziehe es vor, die Ganzheit der Körper zu betrachten, immer von den Augen ausgehend, die mich frontal vernehmen. Nackt oder bekleidet, alleine oder als Paar, legt das Model ein Dasein mit immenser Kraft frei. Auf der Leinwand weitet es sich zentrisch aus und übersteigt oft seine eigenen Dimensionen. Ich male mit Bewunderung für das Model. Meine Farben erfüllen sich mit dessen Leben. Vielleicht ist das Bild immer eine Liebesgeschichte.

Als Hintergrund wähle ich Weiss. Es bildet einen schützenden Raum und hält meine Personen in der Schwerelosigkeit. Diese Nicht-Farbe leert die Erzählung, verhilft den Kontrast zwischen «Etwas» und «Nichts» zu steigern. Die Frage nach der Existenz stellt sich.

Lire Céline Eidenbenz, Aux lieux du corps