Alter (1998 - 1999)
Mit Bleistift und Papier ausgerüstet, betrete ich ein Altersheim. Die Pensionäre sind zwischen achtzig und hundert Jahren alt. Ich bitte um die Erlaubnis, sie porträtieren zu dürfen. In einem Zeitraum von sechs Monaten absolviere ich Zeichnungen, dann beginne ich, sie zu malen. Unerwartet entdecke ich den inneren Reichtum dieser Personen. Mehr als eine Begegnung mit dem Tod, steht das unermessliche Leben mir gegenüber. Das löst in mir einen Schock aus.
Eines Tages reiche ich, während des Malens, einer alten Dame meine linke Hand. Die Leinwand steht in geringster Entfernung zwischen uns. Ich schaue ihr tief in die Augen, so lange ich nur möchte, ohne dass einer von uns in Verlegenheit gerät. Diese mysteriöse Nähe erneuert meine Malerei. Die Oberflächen breiten sich vom Zentrum her aus, das Portrait überschreitet schliesslich den Rahmen. Das Gesicht wird zu einer Landschaft.
Voir quelques dessins à la Galerie ESF, Lausanne
Lire Daniel Frank, Madame A., Lausanne, Art&Fiction, 2002.
Lire « Entretien ; Les petits vieux de Daniel Frank », Paris, Le Cahier dessiné, Buchet & Chastel, Seuil, 2003.
Lire Sébastien Dizérens, Face aux Vieux
Voir Eugène et Daniel Frank, Grands amours chez les Petits-vivants, Lausanne, Editions Humus, 2004.